In einer nach wie vor herausfordernden Gesamtlage für die deutschen Krankenhäuser setzen die Kliniken Nordoberpfalz (KNO) ihre positive wirtschaftliche Entwicklung fort. Dies zeigt unter anderem das vorläufige Jahresergebnis für das Geschäftsjahr 2025. Die Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft findet aktuell noch statt. Zentrale Erkenntnisse ließen sich daraus jedoch bereits ableiten, erläuterte KNO-Vorstand Michael Hoffmann in der Aufsichtsratssitzung am 26. März. So erwirtschaftete der kommunale Klinikverbund 2025 einen vorläufigen Jahresüberschuss von ca. 816.000 Euro. 2024 lag das Ergebnis noch bei -11,8 Millionen Euro. Im Vergleich zum Wirtschaftsplan ist das Ergebnis um 3,2 Millionen Euro besser. Positiv wirkten einige nicht notwendige Rückzahlungen zum Beispiel von erhaltenen Energiehilfen oder ungeplanten Zuschlägen, wie dem befristeten Rechnungszuschlag der Bundesregierung.
„Der operative Geschäftsverlauf ist sicherlich noch nicht dort, wo wir ihn gerne hätten, insbesondere was die Entwicklung der stationären Leistungen angeht“, sagt Hoffmann. „Trotzdem zeigt die Entwicklung, dass die Restrukturierung und die Veränderungen in Tirschenreuth, Erbendorf, Kemnath und Weiden sinnvoll und notwendig waren. Mein persönlicher Dank gilt hierbei unseren Trägern sowie all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche die Veränderungen mitgetragen haben. Sie sind es, die durch ihr tägliches Engagement dafür sorgen, dass wir auch weiterhin für die Menschen in der Region da sein können und zugleich unsere regionale Wettbewerbsfähigkeit erhalten.“
Gleichzeitig weist Michael Hoffmann darauf hin, dass die Verbesserung des Jahresergebnisses noch nicht bedeutet, dass die KNO AG zukünftig finanziell auf eigenen Beinen stehen könne. Die weiterhin unzureichende Krankenhausfinanzierung auf Bundesebene bei gleichzeitiger Erhöhung der Strukturvorgaben macht weitere Unterstützungsleistungen der Träger wahrscheinlich.
Im Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG), das gerade den Bundesrat passiert hat, sieht Michael Hoffmann Licht und Schatten. „Es ist gut, dass sich Bund und Länder zur Gesundheitsversorgung geeinigt haben. Die Hängepartie der vergangenen Jahre war nicht einfach für Unternehmen wie die KNO AG, die trotz unklarer gesetzlicher Rahmenbedingungen trotzdem ihren Strukturwandel starten mussten. Zugleich steckt auch in der angepassten Reform noch sehr viel Bürokratie. Und die Praxistauglichkeit von neuen Elementen wie der Vorhaltevergütung wird sich erst noch zeigen müssen.“
Wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mitteilt, schreiben 80 Prozent der deutschen Krankenhäuser rote Zahlen.
Für Michael Hoffmann war es die letzte Aufsichtsratssitzung für die Kliniken Nordoberpfalz. Er verlässt das Unternehmen im Juni 2026 nach insgesamt 7 Jahren zunächst als Sanierungsberater und dann als Vorstand. Aufsichtsratsvorsitzender Jens Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Weiden, dankte ihm für sein Engagement in den vergangenen Jahren im Namen des Aufsichtsrats. „Michael Hoffmann ist der Kliniken Nordoberpfalz AG in sehr bewegenden und schwierigen Zeiten zur Seite gestanden. Er hat das Unternehmen stabilisiert und auf einen guten Weg in die Zukunft geführt.“