Moderne Allgemeinchirurgie Hand in Hand – das Angebot der KNO in Kemnath und Weiden

 

24.03.2026

„Der 5. Workshop für Klinik- und niedergelassene Ärzte in Kemnath leuchtete das weite Feld der Allgemeinchirurgie aus, das die Kliniken Nordoberpfalz (KNO) mit einigen Alleinstellungsmerkmalen in der Region anbieten. Knapp 25 Ärztinnen und Ärzte aus Praxen und Kliniken waren dazu ins Familien- und Bürgerhaus der Stadt Kemnath gekommen. Drei Vorträge standen auf dem Programm. Ihr Inhalt bringt für Hausärzte, Patienten und Angehörige einigen Mehrwert, lautete der Tenor im Nachgang. Genau dies ist Sinn und Zweck der Veranstaltung, in deren Vorbereitung und Organisation der Hausherr, Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler, viel persönliches Engagement einbringt.

Den Anfang machte Dr. Florian Höhler, allgemeinchirurgischer Chefarzt am Krankenhaus Kemnath. Er zeigte auf, welches Vorgehen bei Bauchhernien empfehlenswert ist. Bei einer Bauchwandhernie handelt es sich um eine Schwachstelle in der Bauchwand, durch die Eingeweide in der Bauchhöhle austreten können. Eine Bauchwandhernie verursacht eine sichtbare Beule, aber nicht zwingend starke Beschwerden. Dr. Höhler ging auf Diagnostik und Therapieformen ein. Bei 200.000 Erkrankungen in Deutschland pro Jahr sind Operationen bei Bauchhernien der häufigste Eingriff in der Viszeralchirurgie. Das Verhältnis der Betroffenen bei Männern und Frauen liegt bei 8:1. In Kemnath werden zu 70 Prozent laterale Hernien behandelt. Dabei ist das Verhältnis Mann zu Frau 12:1. Vorstellig werden vor allem ältere Menschen. Die erfolgversprechendste Behandlungsoption ist oftmals die Implementierung eines Bauchnetzes. Dr. Höhler zeigte dazu verschiedene Techniken und ging auch auf mögliche postoperative Komplikationen ein.

Prof. Karl-Heinz Dietl, Leiter der Sektion für endokrine Chirurgie am Krankenhaus Kemnath, referierte zum „Gaspedal des Körpers“, der Schilddrüse. Dabei erklärte er, dass der Regelkreis der Schilddrüsenhormone bisweilen unterschätzt wird. Prof. Dietl erläuterte Indikation und präoperative Diagnostik und ging auf Vor- und Nachteile verschiedener OP-Techniken ein. Wichtig: Eine Schilddrüsen-OP sollte möglichst nur einmal im Leben an einem Patienten vorgenommen werde. Prof. Dietl beantwortete dazu zahlreiche Fragen und analysierte, wann eine Radiojodtherapie in Frage kommt und wann ein Eingriff angeraten ist.

Der Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie der KNO, Prof. Uwe Wittel, legte in seinem Vortrag den Schwerpunkt auf Bauchspeicheldrüsen-OPs, die viel Erfahrung erfordern. Prof. Wittel erklärte dabei auch, welche Vorteile der Einsatz des OP-Roboters „da Vinci“ bringt, über den das Klinikum Weiden verfügt. In erster Linie sind das kleinere, hochpräzise Schnitte, die mit weniger Blutverlust und postoperativen Beschwerden beim Patienten verbunden sind. Prof. Wittel streifte weitere Aspekte der Viszeralchirurgie – vom präoperativen Ernährungskonzept über lokale Schmerzbekämpfung, die präemptive Therapie der Darmanatomie bis zur Revisionschirurgie.

Beim anschließenden Imbiss im Kulturcafé war sich die Runde einig: Dieser spannende kollegiale Austausch verlangt auch nächstes Jahr nach einer Neuauflage.