Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes und die häufigste Krebstodesursache des älteren Mannes (> 60 Jahre). Aufgrund der demographischen Entwicklung (höhere Lebenserwartung und verfeinerte Untersuchungsmethoden) wird die Bedeutung des Prostatakarzinoms weiter zunehmen.

Die Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms in den verschiedenen Stadien hat dabei in den letzten Jahren außerordentlich an Komplexität gewonnen. Hierbei ist entscheidend, dass die optimale Therapiemodalität für den jeweiligen Einzelfall in Zusammenarbeit zwischen Klinik und Praxis ausgewählt wird. Insbesondere haben interdisziplinäre Konzepte an Stellenwert gewonnen und die Therapie zum Wohle des Patienten bereichert.

 

Diesem hohen Informations- und Abstimmungsbedarf trägt die Etablierung eines Prostatakarzinomzentrums Nordoberpfalz Rechnung. Die Koordination der Diagnostik, Therapie und Nachsorge liegt dabei in der Hand der niedergelassenen Urologen. Aufgabe des Prostatakarzinomzentrums besteht vor allem in der Festlegung von interdisziplinären Therapiekonzepten und in der gemeinsamen Beratung von komplexen Fällen.

Für die Behandlung des Prostatakrebses gibt es heutzutage eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten. Welche Methode jeweils geeignet ist, hängt davon ab, in welchem Stadium der Tumor erkannt wird, wie alt der Patient ist, wie bösartig der Tumor ist und welche Vorerkrankungen beim Patienten vorliegen.

Grundlage für die Koordinierung der optimalen, gemeinsam abgestimmten onkologischen Therapie bildet die interdisziplinäre Tumorkonferenz. In der Konferenz legen Spezialisten der verschiedenen Fachabteilungen z.B. Hämato-Onkologen, Chirurgen, Gynäkologen, Urologen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Pathologen, Nuklearmediziner für jeden Patienten die optimale Therapie fest.

Die Konferenz findet wöchentlich am Donnerstag ab 14:30 Uhr statt. Niedergelassene Ärzte können mit dem untenstehenden Formblatt Patienten in die Tumorkonferenz einbringen und ggf. vor Ort oder mittels Zoom-Konferenz bei der Besprechung ihrer eigenen Patienten teilnehmen.

Hier erhalten Sie das Formular "Tumorkonferenz externe Anmeldung".

Therapiemöglichkeiten bei Prostatakrebs

Eine weitere Therapiemethode stellt die äußere Bestrahlung dar. Der Tumor wird mit modernen Geräten von außen bestrahlt. Durch eine dreidimensionale Computerplanung kann das umgebende Gewebe weitgehend geschont werden. Die hochenergetischen Röntgenstrahlen werden durch spezielle Vorrichtungen je nach Form und Größe der Prostata individuell angepasst.
Die Bestrahlung erfolgt werktäglich, also 5x pro Woche für ca. 35 bis 40 Bestrahlungstage. Die Nebenwirkungen sind bei den heutigen modernen Geräten sehr gering. Die externe Strahlentherapie wird häufig mit der Hormontherapie durch den Urologen kombiniert.

 

Der Begriff kommt vom griechischen „brachy“ was „kurz“ bedeutet. Dabei wird die Strahlenquelle mittels Hohlnadeln, welche in Narkose gelegt werden, direkt in das Tumorgewebe eingebracht. Nach Behandlungsende werden die Hohlnadeln wieder aus dem Gewebe entfernt.

Die Brachytherapie bietet den Vorteil, dass eine Bestrahlung des Tumors mit einer sehr hohen Dosis, bei gleichzeitiger geringer Belastung des umliegenden Nachbargewebes erfolgt. Die Behandlung setzt ein Prostatavolumen < 50 ml voraus. Die Brachytherapie kommt ebenfalls als fokale Therapie eines Lokalrezidivs nach vorausgegangener externer Strahlentherapie im Becken zum Einsatz.

 

Häufig führt eine reine Hormontherapie (antiandrogene Hormonblockade) zum Stillstand des Wachstums eines Prostatakarzinoms. Im individuellen Fall muss eine Hormontherapie mit einer Strahlentherapie kombiniert werden, um die Behandlungswirksamkeit zu erhöhen oder die Prostata zu verkleinern.
Auch bei fortgeschrittenen Tumorstadien oder metastasierten Tumoren kann die moderne Medizin helfen. Hier hat die Chemotherapie in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung und an Wirksamkeit gewonnen. Entscheidend ist hier die optimale Zusammenarbeit zwischen niedergelassenem Urologen und Klinik.