Genitalchirurgie

Als eine von wenigen Kliniken in Bayern gehört die Genitalchirurgie zu den Schwerpunkten der Klinik für Urologie. Das Spektrum reicht hierbei von Penisbegradigungen oder die Implantation von Penisprothesen, deren Ursachen in Anomalien oder Verletzungen haben können, bis zu operativen Verfahren im Rahmen der Geschlechtsangleichung.

Genitalchirurgie am Klinikum Weiden

Penisverkrümmungen bei Erektion können angeboren oder erworben sein. Sie sind nicht selten kosmetisch oder funktionell störend.
Entscheidend für die Indikation zu einer Begradigungsoperation ist neben dem Leidensdruck des Patienten, dass Beschwerden aufgrund der Verkrümmung beim Geschlechtsverkehr bestehen.
Für die Korrektur stehen unterschiedliche Operationsmethoden zur Verfügung. So können beispielsweise Raffnähte zum Einsatz kommen oder aber eine Einnaht von Fremdmaterial (zum Beispiel Goretex-Patch) notwendig werden.
Die Erfolgsquote (zufriedener Patient) bei richtiger Indikationsstellung liegt nach der Operation bei rund 80 Prozent.

Die Implantation einer Schwellkörper-Prothese („Penisprothese”) stellt in der Stufentherapie der erektilen Dysfunktion (Impotenz) den letzten Schritt dar, um Patienten zu helfen, die auf PDE5-Inhibitoren (zum Beispiel Viagra, Lavitra, Cialis) oder Prostaglandin-Injektionen nicht oder nicht mehr ausreichend ansprechen.

Der Schwellkörper wird durch eine hydraulische Prothese ersetzt. Das Verfahren ist lange etabliert und weist bei richtiger Indikation und Operation sehr gute Ergebnisse und Zufriedenheitsraten bei Patienten und Partnerinnen auf (rund 80 Prozent).

Das Implantat ist dabei äußerlich nicht sichtbar. Verwendet werden in der Regel dreiteilige hydraulische Prothesen.

Die Klinik für Urologie am Klinikum Weiden gehört zu einer der wenigen Kliniken in Deutschland, in der geschlechtsangleichende Operationen durchgeführt werden.

Ausgeprägte Geschlechtsidentitätsstörungen kommen bei rund 30 Menschen pro 1.000.000 Einwohner pro Jahr vor, in Deutschland kann nach vorsichtiger Schätzung von einer Zahl von 6.000 bis 8.000 transsexuellen Patienten ausgegangen werden.

Enorme Bedeutung hat hier eine umfangreiche Diagnostik. Die Mann-zu-Frau-Identitätsstörung ist häufiger als die Frau-zu-Mann-Identitätsstörung (etwa 5:1).

Die Patienten/innen weisen im Allgemeinen einen jahrelangen Leidensweg nicht selten mit Selbstmordversuchen auf. Der chirurgische Part stellt nur den allerletzten, quasi „handwerklichen”, Schritt auf dem Weg zu einer Geschlechtsangleichung dar.