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KNO-Zukunftskonzept:

 

29.09.2026

Die Kliniken Nordoberpfalz AG (KNO) hält an all ihren Krankenhaus-Standorten fest – und jeder bekommt eine klares Profil. Das ist der Kern des Zukunftskonzepts, das der Aufsichtsrat am 24. September 2026 einstimmig beschlossen hat.  KNO-Vorstand Ralph Junghans hat es heute zusammen mit den Vertretern der kommunalen Gesellschafter, Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler, Landrat Hubert Schicker und Landrat Andreas Meier vorgestellt.

Hintergrund ist die Krankenhausreform des Bundes: Das am 01. Januar 2025 in Kraft getretene Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) stellt in Verbindung mit dem Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) neue, deutlich strengere Anforderungen an Krankenhäuser. Das bedeutet für die KNO: Ohne Kurswechsel müsste das Krankenhaus Kemnath Ende 2027 schließen. „Mit dem neuen Konzept bleiben wir als der starke und verlässliche Gesundheitsversorger in der nördlichen Oberpfalz in der Fläche präsent“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Zeitler. Vorstand Junghans ergänzt: „Das neue Konzept entstand nicht aus Geldnot heraus, sondern gibt allen Häusern auf Basis aktueller gesetzlicher Grundlagen eine langfristige Perspektive. Das wäre mit einem „Weiter so“ nicht der Fall gewesen.“

Ein Überblick über die wesentlichen Änderungen:

  • Kemnath wird Fachkrankenhaus für Innere Medizin und Altersmedizin. Die Akutgeriatrie aus Tirschenreuth zieht dorthin. Beide Medizinfelder ergänzen sich und ermöglichen vor allem für ältere Menschen eine qualitätvollere Behandlung in Kemnath. Stationäre orthopädische Operationen werden von Kemnath nach Tirschenreuth verlagert.
    Vorhandene, bewährte Strukturen wie MVZ, BG-Behandlungen, ambulante Operationen und der Rettungswagenstandort sowie eine verlässliche Notfallversorgung bleiben erhalten.
  • Tirschenreuth wird zum Endoprothetik- und Orthopädie-Zentrum der KNO für geplante Operationen an Knochen und Gelenken, etwa künstliche Hüft- und Kniegelenke. Ab 2029 kommt ergänzend die geriatrische Reha aus Erbendorf dazu. Vorhandene, bewährte Strukturen wie MVZ, BG-Behandlungen, KV-Sprechstunde, ambulante Operationen und der Rettungswagenstandort sowie eine verlässliche Notfallversorgung bleiben erhalten.
  • Weiden bleibt der Schwerpunktversorger der Region. Er wird verstärkt durch den Aufbau einer Akutgeriatrie mit zunächst 20 Betten und übernimmt die Viszeral- und Allgemeinchirurgie aus Kemnath. Zudem soll Weiden eine Wahlleistungsstation erhalten.
  • Erbendorf: Die geriatrische Reha bleibt vorerst in der Steinwaldklinik und zieht nach aktuellem Stand 2029 nach Tirschenreuth.

Wie Ralph Junghans erklärte, waren die Chefärzte der involvierten Fachbereiche, pflegerische Leistungskräfte und die Betriebsratsvorsitzenden sowie externe Partner wie das Bayerische Gesundheitsministerium, Krankenkassen, der Medizinische Dienst und Rettungsdienste eng und vertrauensvoll in die Ausarbeitung eingebunden. „Sie alle befürworten diese zukunftsorientierte Ausrichtung. Damit können und werden wir gemeinsam die Weichen für die nächsten Jahre stellen“, betonte der KNO-Vorstand.

Gemeinsam mit den Mitarbeitern

„Wir gehen das Zukunftskonzept gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an. Nur mit ihnen kann es funktionieren“, erklärte er weiter. Deshalb habe er persönlich sowie Klinikdirektor Tim Egger die Pläne an allen Standorten am gestrigen Montag und damit bereits am zweiten Werktag nach der Aufsichtsratssitzung der Belegschaft vorgestellt. Für die rund 3.100 Beschäftigten gilt: Die Arbeitsplätze im Klinikverbund bleiben im Wesentlichen erhalten. Wer von den Veränderungen betroffen ist, bekommt – abgestimmt mit dem Betriebsrat – ein Angebot an einem KNO-Standort. Die Chefärzte der involvierten Abteilungen haben das Konzept mitentwickelt und unterstützen es. Anfang Oktober beantragt die KNO beim Bayerischen Gesundheitsministerium die nötigen Änderungen, die Umzüge sind Ende März 2027 geplant. „Unser Anspruch ist es, unsere Patientinnen und Patienten in der Nordoberpfalz weiterhin wohnortnah bestmöglich zu versorgen“, unterstrich KNO-Vorstand Ralph Junghans.

Warum ein neues Konzept?

Die 2023/24 von der KNO-Führung und den Gesellschaftern getroffenen Entscheidungen zum heutigen Status Quo waren aus der damaligen Perspektive schlüssig. Veränderte Rahmenbedingungen für Krankenhäuser im Zuge des KHVVG und KHAG machen nun aber eine Neukonzeption notwendig. Ralph Junghans ist überzeugt, dass die KNO mit dem jetzt vorgestellten Papier eine langfristige Perspektive für die Krankenhäuser gibt.

Mehr Auflagen, weniger Geld – und eine Bevölkerung, die älter wird

Die KNO befindet sich dabei in einem Spannungsfeld, in dem die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungsgruppenvoraussetzungen kostspieligen Strukturaufbau inklusive Vorhaltung von Personal und Infrastruktur verlangen, während das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz zugleich die laufende Refinanzierung der Kliniken erschwert. Zusätzlich sind weitere gesetzliche Regelungen in Vorbereitung, die sich organisatorisch und investitionstechnisch auf die KNO auswirken werden. Hinzu kommt die demographische Entwicklung in der Region. Eine kontinuierlich älter werdende Bevölkerung bedeutet behandlungsintensivere Patienten sowie immense Herausforderungen bei der Personalgewinnung. Mit dem Zukunftskonzept legt die KNO an allen drei Krankenhaus-Standorten ein geriatrisches Angebot vor.

Gemeinsam erarbeitet: Konzept eng mit Aufsichtsrat und Trägern abgestimmt

Vor dem Hintergrund all dieser Faktoren hat die Führungsebene der KNO ein eng mit dem Aufsichtsrat und den kommunalen Gesellschaftern abgestimmtes Zukunftskonzept erarbeitet. Es bezieht alle Standorte des Klinikverbunds KNO ein. Ziel ist die bestmögliche Patientenversorgung bei wirtschaftlich stabilerer Perspektive und gleichzeitigem Erhalt der Arbeitsplätze. Dazu hat der Aufsichtsrat der Kliniken Nordoberpfalz AG am Donnerstag, 24. September 2026, einen entsprechenden Beschluss gefasst. Er sieht im Einzelnen folgende Veränderungen vor:

 

Standort Kemnath

Kemnath bleibt –
als Fachkrankenhaus für Innere Medizin und Altersmedizin

Ohne Neustart hätte Kemnath Ende 2027 schließen müssen

Das Krankenhaus Kemnath verfügt über 100 Betten, davon je 48 chirurgische und 48 internistische sowie 4 Überwachungsbetten. Es ist ein typisches Haus der Grundversorgung im ländlichen Raum. Dieser Status Quo ist unter den aktuellen Voraussetzungen nicht mehr zu erhalten. Stand Juli 2026 wurden die Strukturanforderungen in keiner der sieben Kemnather Leistungsgruppen (Innere Medizin, Allgemeinchirurgie, Implantation Hüfte, Implantation Knie, Revision Hüfte, Revision Knie, Intensivmedizin) erfüllt. Zudem erfordert der Status Quo mehr Fachkräfte, vor allem Ärztinnen und Ärzte, die kaum zu akquirieren sind. All dies würde Ende 2027 die Schließung des Standortes bedeuten.

Schon heute kommen zwei von drei Patienten mit inneren Erkrankungen

Rund zwei Drittel aller Fälle in Kemnath (2025: 4.435) sind internistische Patienten und nur rund ein Drittel chirurgische/orthopädische Patienten. In der Inneren Medizin werden bis zu 95 Prozent der Notfälle stationär aufgenommen, während sie in der Chirurgie zu 80 Prozent ambulant versorgt werden. Die Versorgung dieser ambulanten chirurgischen Notfälle wird auch weiterhin am Standort Kemnath sichergestellt sein. Auch ambulante Operationen werden weiterhin in Kemnath angeboten durch Fachärzte der KNO sowie von niedergelassenen Partnern. 

Die Innere Medizin bleibt das Herzstück in Kemnath

Für das Krankenhaus Kemnath soll beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) der Status eines internistisch-geriatrischen Fachkrankenhauses (Level F) beantragt werden. Ein Fachkrankenhaus ist ein Krankenhaus, das sich auf die Behandlung eines bestimmten Krankheitsbildes spezialisiert hat (z.B. Innere/Geriatrie) und sich entweder auf den internistischen oder den operativen stationären Bereich konzentriert. Innere Medizin und Chirurgie zusammen sind für ein Fachkrankenhaus nicht möglich. Mit dem genannten Großteil der Patienten in der Inneren Medizin ist dies der ideale Schwerpunkt für das Haus in Kemnath.

Die Altersmedizin zieht aus Tirschenreuth ein

Dies bedeutet zugleich, dass die Bereiche Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Endoprothetik aus Kemnath innerhalb des Verbunds verlagert werden. Es verbleibt die Innere Medizin mit ca. 2.800 Patienten jährlich. Freiwerdende Betten sollen durch die Verlagerung der Akutgeriatrie von Tirschenreuth nach Kemnath (44 Betten) genutzt werden. Die Geriatrie in Kemnath wird mit Fokus auf internistische Altersmedizin ausgebaut. Dazu muss in bauliche Maßnahmen investiert werden, aber mit geringerem Aufwand als in Tirschenreuth. Ein weiteres Plus: Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit KV-Zulassung könnten die ambulanten OP-Strukturen in Kemnath weiterhin nutzen. Es wird also auch in Zukunft in Kemnath operiert.

Mehr Fachärzte an einem Standort und weiterhin ambulante Eingriffe

Weil Innere Medizin und Altersmedizin auf die gleichen Kompetenzen setzen, stehen den Patientinnen und Patienten künftig acht Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin an einem Standort zur Verfügung – bisher waren es je vier in Kemnath und Tirschenreuth.

Die Neuausrichtung bedeutet, dass die Allgemein- und Viszeralchirurgie nach Weiden, an das dortige Zentrum für Viszeralchirurgie zieht und der Gelenkersatz (Endoprothetik) nach Tirschenreuth, wo zukünftig das orthopädisches Zentrum der KNO etabliert werden soll.

Notfälle: Innere Erkrankungen weiter in Kemnath, leichte Verletzungen tagsüber im MVZ

Schon heute sind fast 80% der stationären Notfälle in Kemnath Fälle der Inneren Medizin. Täglich sind dies ca. 6-7 internistische Notfälle, die in Kemnath stationär aufgenommen werden. Sie werden unverändert notfallmedizinisch rund um die Uhr ambulant sowie stationär versorgt.

Die Neuausrichtung bedeutet zwar den Wegfall der stationären chirurgisch-orthopädischen Versorgung in Kemnath. Ambulante chirurgische oder orthopädische Notfälle (80% aller chirurgischen Notfälle sind ambulant) können weiterhin jederzeit das Krankenhaus aufsuchen und werden dort ärztlich untersucht inkl. u.a. Röntgen und wochentags bei Bedarf zusätzlich durch das bestehende chirurgische MVZ tagsüber. Dazu gehört auch das komplette Spektrum ambulanter chirurgischer Operationen, die weiterhin vor Ort angeboten werden.

Schwerere chirurgische Notfälle aus dem Raum Kemnath werden bereits heute größtenteils in umliegende Häuser (v.a. Weiden, Bayreuth, Marktredwitz) gebracht. Nur etwa 19% der per Rettungswagen eingelieferten Notfallpatienten aus dem Einzugsgebiet Kemnaths fahren bisher Kemnath an. Dies liegt an dem bereits mehr auf Notfallmedizin ausgerichteten Spektrum insbesondere der größeren Krankenhäuser (u.a. Herzinfarkt, Schlaganfall, Polytraumata).

Aktuell kommt täglich maximal ein stationärer chirurgischer Patient mit dem Rettungswagen nach Kemnath. Dieser wird auch zukünftig durch die umliegenden Krankenhäuser sicher versorgt, sodass weiterhin alle chirurgischen Patienten binnen 30 Minuten ein entsprechendes Krankenhaus erreichen. Dieses Vorgehen hat die KNO sowohl mit der ILS, dem Institut für Notfallmedizin in München als auch den umliegenden Kliniken der Region abgestimmt.

 

Standort Tirschenreuth

Tirschenreuth wird das Orthopädie- und Endoprothetikzentrum der KNO

Notaufnahme, Arztpraxen, ambulante OPs, BG-Sprechstunde, KV-Sprechstunde und Notarzt bleiben vor Ort

Tirschenreuth ist heute mit 70 Betten ein Fachkrankenhaus mit Schwerpunkt Akutgeriatrie (2025: 838 Fälle). Beim Zukunftskonzept bleiben in Tirschenreuth alle sechs bestehenden ambulanten Strukturen (Notfallambulanz, Ambulantes Operieren, MVZ, BG-Sprechstunde sowie Notarztstandort-Fahrzeug) erhalten. Die Notfallambulanz hat 2025 insgesamt knapp 2.000 Patienten behandelt, 97 Prozent davon ambulant.

Neue Hüfte, neues Knie: Die geplanten Gelenk-Operationen kommen nach Tirschenreuth

Für das Krankenhaus Tirschenreuth soll beim Bayerischen Gesundheitsministerium die Umwandlung in ein orthopädisches Fachkrankenhaus beantragt werden. Dazu wird dort die Endoprothetik und Orthopädie samt aller Expertise aus Weiden und Kemnath unter einem Dach zukünftig zum Wohle der Patienten gebündelt. Durch die geringere Zahl an Notfällen lassen sich Operationen verlässlicher planen und somit OP-Termine besser einhalten.

Die modernen OP-Säle werden besser genutzt – das spart Investitionen

Die im Vergleich zu Kemnath moderneren und größeren OP-Säle in Tirschenreuth wurden 2020 in der Gesamtinvestition von 30 Millionen Euro komplett modernisiert. Sie bieten somit die beste Infrastruktur für das zukünftige Orthopädiezentrum.

Die Altersmedizin wechselt nach Kemnath – und kommt zusätzlich neu nach Weiden, wo die meisten Patienten herkommen

Die Akutgeriatrie zieht von Tirschenreuth nach Kemnath. Durch die weniger grenznahe Lage von Kemnath vergrößert sich das geriatrische Einzugsgebiet. Legt man den gleichen 30-Kilometer-Radius bei Tirschenreuth zugrunde, liegen hingegen fast 40 Prozent des Einzugsbereichs in der Tschechischen Republik. Dort besteht kein Versorgungsauftrag, zudem kommt aus dieser Richtung kein Patienten- und Mitarbeiterzufluss. Dazu kommt, dass ein Großteil der geriatrischen Patienten in Tirschenreuth aus Weiden stammt. Für sie entsteht am Klinikum Weiden zusätzlich eine eigene Akutgeriatrie – mit deutlich kürzeren Wegen für Patienten und Angehörige. Insbesondere soll die neue Akutgeriatrie in Weiden schwerkranken Patienten z.B. Dialysepatienten zukünftig geriatrische Akutmedizin ermöglichen, die heute noch nicht möglich ist.

Das Gesamtkonzept ebnet den Weg für Fördergeld des Freistaats

Der geplante Umzug hat sich verschoben. Die Maßnahme ist mit rund 18,1 Mio. Euro Umbaukosten in Tirschenreuth verbunden. Fördergeld in Höhe von vier Millionen Euro seitens des Freistaats Bayern ist aber bislang noch nicht bewilligt, weshalb auch der Umbau noch nicht begonnen hat. Die Auszahlung der Förderung hat das Gesundheitsministerium im Juli 2026 abhängig von einem Zielkonzept für die gesamte KNO gemacht. Dies ist nun als Zukunftskonzept erarbeitet. Damit ergeben sich neue Perspektiven für die Sicherung des Standortes Tirschenreuth.

Künftig 120 Betten: 40 für Gelenk-Operationen, 80 für die Reha ab 2029

Das orthopädische Fachkrankenhaus, kurz Ortho-Zentrum, ist durch die Verlagerung aus Kemnath und Weiden mit zunächst 40 Betten geplant, hinzu kommen 80 Betten für die geriatrische Reha aus Erbendorf, die 2029 nach Tirschenreuth umzieht.

 

Standort Erbendorf

Erbendorf: Die Reha bleibt mittelfristig in der Steinwaldklinik

Gefragte Reha: Neun von zehn Betten sind belegt

Erbendorf ist eine Fachklinik für geriatrische Rehabilitation mit 80 Betten, die zu 90,4 Prozent (2025: 1161 Fälle) gut ausgelastet sind. 43 Prozent der Patienten kommen aus KNO-Häusern, viele weitere aus dem Klinikum Fichtelgebirge in Marktredwitz.

Das Gebäude ist in die Jahre gekommen – Sanieren im laufenden Betrieb geht nicht

Das Haus ist zwar sanierungsbedürftig, es entspricht aber noch den aktuell gültigen strukturellen Voraussetzungen. Im laufenden Betrieb lässt es sich jedoch nicht sanieren. Die geplante geriatrische Rehabilitation in Tirschenreuth soll den Patienten zukünftig modernere Strukturen bieten.

Neuer Umzugstermin 2029: Erst werden die Standorte gesichert

Die aktuelle Krankenhausreform und die folgende Gesetzgebung haben Tatsachen geschaffen, die neue Prioritäten verlangen: erst Sicherung von Leistungsgruppen und damit der Standorte, dann Umzug der geriatrischen Reha. Die Zuweisung von Leistungsgruppen im Jahr 2027 erfordert jetzt zügiges Handeln. Das Ergebnis sind die beiden Fachkrankenhäuser Kemnath und Tirschenreuth. Diese Standortsicherung hat Vorrang vor dem Umzug der Reha aus Erbendorf, wo Patienten in der Steinwaldklinik mittelfristig weiterhin ausgezeichnet versorgt sind.  

 

Standort Weiden

Weiden bekommt eine eigene Altersmedizin und eine Wahlleistungsstation – kürzere Wege für ältere Menschen

Das große Klinikum der Region bekommt ein Zusatzangebot

Weiden bleibt der zentrale Schwerpunktversorger der KNO mit einem breiten umfassenden Leistungsspektrum nahezu aller Fachbereiche sowie 649 Betten und wird nun mit einer Akutgeriatrie komplettiert.

Neu: Zunächst 20 Betten für ältere Patientinnen und Patienten

In Weiden soll die Akutgeriatrie mit vorerst 20 Betten aufgebaut werden. Insbesondere soll die neue Akutgeriatrie in Weiden schwerkranken Patienten z.B. Dialysepatienten oder onkologischen Patienten zukünftig geriatrische Akutmedizin in der Region ermöglichen, die heute noch nicht möglich ist z- weder in Tirschenreuth noch in der Steinwaldklinik. Für sie entsteht am Klinikum Weiden zusätzlich eine eigene Akutgeriatrie – mit deutlich kürzeren Wegen für Patienten und Angehörige aus der Region insbesondere der Stadt Weiden. Die neue Akutgeriatrie in Weiden ist also keine Konkurrenz ggü. der zukünftigen Akutgeriatrie in Kemnath oder der geriatrischen Rehabilitation, sondern eine wichtige Ergänzung des zukünftigen geriatrischen Versorgungsangebotes in der Nordoberpfalz.

Viszeralchirurgische Operationen kommen aus Kemnath, orthopädische Operationen gehen nach Tirschenreuth

Weiden übernimmt in seinem bestehenden Zentrum die allgemeinchirurgischen Patienten aus Kemnath, gibt im Gegenzug aber orthopädische Eingriffe nach Tirschenreuth in das neue orthopädische Zentrum der KNO ab. Dadurch werden in den Weidener OP-Sälen Kapazitäten frei, etwa für schnellere Versorgung von schweren Verletzungen sowie komplexen Operationen.

Beschäftigte, Ärzte, Zeitplan

Alle werden gebraucht – Umsetzung ab Frühjahr 2027

Wer betroffen ist, bekommt ein Angebot

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von den Strukturveränderungen betroffen sind, sollen Beschäftigungsangebote an anderen Standorten innerhalb des Klinikverbundes erhalten oder können unter Umständen am gewohnten Standort ihren Aufgabenschwerpunkt verändern. In Abstimmung finden gemeinsam mit dem Betriebsrat persönliche Gespräche über den zukünftigen Einsatzort der Beschäftigten statt. Die Kolleginnen und Kollegen an den Standorten Erbendorf, Kemnath, Tirschenreuth und Weiden wurden sehr zeitig persönlich durch Vorstand und Klinikdirektion informiert. „Wir legen größten Wert auf ehrliche und offene Kommunikation über die anstehenden Veränderungen“, betonte Ralph Junghans.

Die Chefärzte haben das Konzept mitentwickelt – und stehen voll dahinter

Dr. Gerhard Jilge (Chefarzt für Innere Medizin in Kemnath) und Dr. Josef Pova (Chefarzt der Akutgeriatrie in Tirschenreuth) haben die Zusammenlegung ihrer Abteilungen am Standort Kemnath in eigenen Medizinkonzepten erarbeitet und befürworten sie sehr. Ebenso begrüßen die involvierten Ärzte die Zentralisierung der Orthopädie in Tirschenreuth. Prof. Dr. Christian von Rüden (Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie) sowie die Leitenden Ärzte aus Kemnath Dr. Cornelius Schörle und Dr. Jörg Vogt sehen darin neben medizinischen und qualitativen Vorteilen für die Patienten und Mitarbeitenden auch Pluspunkte für die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses.

Der Fahrplan: Antrag im Oktober, Umzüge ab Frühjahr 2027

Bereits Anfang Oktober 2026 beantragt die KNO beim Gesundheitsministerium in München eine Änderung des Krankenhausplans. Der zweimal jährlich tagende Krankenhausplanungsausschuss des Freistaats Bayern kann das KNO-Zukunftskonzept somit in seiner Sitzung Ende November behandeln. Danach beginnt Anfang 2027 die operative Vorbereitung und Umsetzung. Der Umzug der einzelnen Abteilungen ist Ende März 2027 vorgesehen.

Dank an die kommunalen Träger und den Aufsichtsrat

Vorstand Ralph Junghans bedankte sich bei den kommunalen Gesellschaftern und beim Aufsichtsrat für die Unterstützung des Zukunftskonzepts sowie für die konstruktive Begleitung der einzelnen Maßnahmen. „Unsere kommunalen Träger haben uns mit Vertrauen ausgestattet. Das bedeutet für uns als KNO, mit Hochdruck an der erfolgreichen Umsetzung des Zukunftskonzepts zu arbeiten.“