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Neue Angiographie-Anlage am Klinikum Weiden

 

14.10.2026

Es war eine logistisch-planerische Herausforderung, die in beachtlich kurzer Zeit geglückt ist: Das Klinikum Weiden verfügt seit einigen Tagen über eine neue Angiographie-Anlage, die sehr hohen medizinischen Ansprüchen gerecht wird. Dabei handelt es sich um ein spezialisiertes Bildgebungssystem, das Röntgenstrahlen nutzt, um Arterien und Venen im Körper des Menschen in Echtzeit darzustellen und gleichzeitig direkt zu behandeln. Die Kliniken Nordoberpfalz AG hat die Anlage über die langfristige Technologiepartnerschaft mit Siemens Healthineers in Kemnath beschafft. Das Gerät bietet sowohl Patientinnen und Patienten als auch Radiologen, Neuroradiologen und Chirurgen, die damit arbeiten, erhebliche Vorteile.

Die Anlage Artis Q ist biplan, das heißt, sie verfügt über zwei Ebenen. Ihre Stärken kommen vor allem bei komplexen minimal-invasiven Eingriffen zur Geltung. Durch die Kombination aus simultaner Bildgebung in zwei Projektionsebenen und den innovativen Technologien der Artis Q-Plattform lassen sich Prozeduren in der interventionellen Radiologie und Neuroradiologie präziser, schneller und sicherer ausführen. Die Bildgebung in zwei Ebenen ermöglicht komplexe Eingriffe am Gehirn, etwa bei der Behandlung schwerer Schlaganfälle oder Hirnblutungen oder bei Interventionen an der Hals- oder Bauchschlagader. Ein großer Vorteil besteht zudem in der Möglichkeit, mit dem Gerät computertomographische Aufnahmen unmittelbar während der Behandlung durchzuführen.

Das biplane Verfahren vermindert im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen ferner die Strahlenbelastung bei besserer Präzision und spart erheblich Kontrastmittel ein, was vor allem die Nieren der behandelten Patientinnen und Patienten schont.

Aufwendige Prozeduren wie die Behandlung von Verschlüssen von Aneurysmen oder die Thrombektomie bei Schlaganfällen lassen sich deutlich schneller erledigen. Die neue Anlage bietet hohe Bildqualität auch kleinster Gefäßstrukturen, selbst bei stark adipösen Patienten. Sie ermöglicht eine 3-D-Bildgebung direkt im Angiographie-Raum mit einer gesteigerten räumlichen Auflösung, um winzigste Details von Stents oder Gefäßen zu analysieren. Daneben erlaubt sie die Darstellung von Blutflussmustern in Echtzeit und die Echtzeit-Überprüfung der Stent-Positionierung bei sich bewegenden Organen.

Ein- und Aufbau dieser sensiblen Hightech verlangten sorgfältigste Vorbereitung und saubere Abläufe, die unter der Regie von KNO-Medizintechnik-Leiter Simon Woppert in enger Zusammenarbeit mit der bautechnischen Abteilung der KNO ausgezeichnet funktionierten. In nur knapp sieben Wochen wurden das Vorgänger-Gerät demontiert, der Untersuchungsraum für die Artis Q umgebaut, das neue Gerät installiert und die Einarbeitung vorgenommen. Parallel dazu wurden Staubschutzvorrichtungen erstellt, der Bodenbelag und die Deckenkonstruktion ertüchtigt sowie Elektro-, Maler- und Klimaarbeiten ausgeführt.

Den reibungslosen Ablauf und die zügige Inbetriebnahme lobten KNO-Vorstand Ralph Junghans und Klinikdirektor Tim Egger bei einem Vor-Ort-Termin ausdrücklich. Sie wünschten dem Team der Radiologie und Neuroradiologie um die Chefärzte Prof. Christian Paetzel und Prof. Thomas Finkenzeller erfolgreiche Arbeit mit dem Artis Q und ließen sich die Technik ausgiebig erläutern.